Postkarten-Design: Clemens K. Thomas

"Die Sache mit dem Wort... (Auszug)

Die Sache mit dem Wort scheint schon hinlänglich bekannt, wurde vielmals gedreht und gewendet, sachlich, wie wörtlich, wohl gemerkt. Es scheint mir trotzdem angebracht, einige Anmerkungen im Vorwort anzubringen, weniger als Tatsache proklamierend, als vielmehr um das Wortfeld und somit den Sachbereich abzustecken.

Im Anfang war das fleischlose, undingliche Wort, das die Sache schuf. Die Sache wiederum begriff das Wort und benutzte es um Sachen zu beworten, die offensachlich vor den Augen worten.
Sogesache:
das Wort – die Sache – das Wort – steht.
Die Sache nämlich: - das Wort – ist.
Die Sache – nehm‘ ich – dem Wort nicht ab
- will ich meinen.

Theoretisch, in einer Nicht-Wort-Welt, die sprach-, also sachlos, ist die Frage Laut oder –los und wenn ja wie sich Sachlaut vorstellen. Sprachlose Er_kennt_is… „fremd“, hauptsächlich, Sachwort ich, auch fremdsächlich geworten. Bedingung und –deutung, kein Ding und Deut besser, nur weil mein Wort –schuh und Hand dazu schuf. Ich worte das Schuflade, und sache: man muss wort von Gehirn in laden, nach ladenlos sachen, ohne sachlos zu worten. Ebensache im Klaren sein, dass begriffen Wort sachlich, un- Wort laut. Und es wort laut, sachlos wortgemerkt. Diesen Gedanken wortgeführt: Sachlaut ist wortlos. (...)

wortsächlich fortgeführt
experimentelles Musiktheater für einen Sprecher, drei Instrumentalist*innen und zwei Performer*innen; 2015/16 - Dauer ca. 25 Minuten 
Das Prinzip der Wort- und Begriffsgebung. Wie erlangen Dinge Bedeutung, welche Prozesse führen zur Etablierung von Kult und Kommunikationssystemen? Es entstehen Anbetung und Mitläufertum, die zur Vergötterung von Gegenständen und Personen führen – kleine Fenster zu unausgesprochenen Behauptungen, (Un)Bedeutung und (Un)Sinn. Das Spiel mit dem Wort und seiner Mehrdeutigkeit nimmt dabei durch die Vermischung der Bereiche experimentelle Formen an, die verstanden werden wollen, aber immer neue Fragen aufwerfen.
mit: Joss Reinicke (Sprecher), Kathrin Schubert (Bassblockflöte), Hannah Seebauer (Klarinette), Johanna Herzog (Bratsche), Laura Boser, Anne Brüssau (Performance), Clemens K. Thomas (Text, Konzept und Musik), Benjamin Stedler (Mitarbeit Regie)
"Sie sagte nur ein Wort..." (Auszug aus "wortsächlich fortgeführt")
„Im Anfang war das Wort“ – und nur Gott weiß welches… Die Frage, ob im Anfang wirklich erst das Wort „Gott“ oder Gott wort, gleicht der Henne-Ei-Problematik, ein die ich nicht näher aufgeben möchte. Klammer auf: ganz nämlich auch das Mutter-Sprache-Verhältnis – was war hier zuerst: die sprachlose Mutter oder die halbwaise, da –lose Muttersprache? Klammer zu. Festgestalten muss man an dieser Stelle, dass, wenn erst das Wort war, es einen Wortwahrraum gegeben, wenngleich das Wort wirr war. Ein Wort nämlich, dass nicht wahr, da niemand genommen, war nicht. Im Anfang war da-leer das Wirrwahrnehmung – gemäß dem Fall, vergleiche Funk Zion Zu, dass das Wort wahr. Ich sachlaut, dass diese Hypokäse noch wortgesponnen und weitergesacht werden sollte…

Mehr Kompositionen und Texte:

Back to Top